Eurasischer Luchs - Serengeti Stiftung

Eurasischer Luchs

(Lynx lynx)

männlicher Luchs mit aufgestellten Schwanz

 

Verwandtschaft:

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)

Familie: Katzen (Felidae)

 

Gefährdungsstatus:

Rote Liste*: stark gefährdet

 

Größe & Gewicht:

Schulterhöhe: 50 cm bis 75 cm

Gewicht: 20 kg bis 22 kg

 

Lebensraum:

Wälder und halboffene Buschlandschaften in Nord- und Osteuropa sowie in weiten Teilen Asiens

 

Nahrung:

Rehe, Damwild, Mufflons, Kleinsäuger und Vögel

 

Sozialverhalten:

Luchse leben, wie die meisten Katzenarten, als Einzelgänger. Die weitläufigen Reviere der Kater überschneiden sich mit den Revieren der weiblichen Luchse. Die Streifgebiete von konkurrierenden Männchen werden hingegen gemieden.

 

Fortpflanzung:

Die Paarungszeit der Luchse, auch Ranzzeit genannt, liegt zwischen Februar und April. Der Östrus der Weibchen dauert drei Tage. In dieser Zeit bleibt das Männchen in der Nähe und paart sich mehrfach mit der Katze. Nach einer Tragzeit von etwa zehn Wochen werden zwei bis drei Welpen geboren. Katzen werden mit zwei Jahren geschlechtsreif, Kater mit zwei bis drei Jahren.

 

Besonderheiten:

Während des Tages ruht der Luchs an einem geschützten Ort und beginnt bei einsetzender Dämmerung mit der Jagd. Als Lauerjäger schleicht er sich an seine Beutetiere heran und versucht sie mit einem gezielten Sprung zu Boden zu reißen. Trifft der Sprung nicht, kann der Luchs seine Beute über eine kurze Strecke verfolgen und erreicht dabei bis zu 70 km/h. Erlegt wird die Beute mit einem Bisse in die Kehle.

Die auffälligsten Merkmale sind die Pinselohren und der für Katzen eher untypische kurze Schwanz. Die genauen Funktionen sind bisher noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. Derzeit wird vermutet, dass die Haare an den Ohren zur Verbesserung des Gehörsinnes dienen und eine bessere Lokalisierung von Geräuschen im Raum ermöglichen. Der Schwanz hat sich möglicherweise evolutionär aufgrund der kalten Umgebungstemperaturen zurückgebildet.

 

 

*Deutsche Rote Liste, herausgegeben vom BfN (Bundesamt für Naturschutz)