Verbreitung vom Luchs im Harz - Serengeti Stiftung

Verbreitung vom Luchs im Harz

 

Luchskater zeigt seine Zähne

Aufgrund der Bejagung durch den Menschen wurde der Eurasische Luchs vor 200 Jahren in Mitteleuropa ausgerottet. Nachdem die Tiere in den 1970ern geschützt wurden, siedelten sich in einigen europäischen Ländern wieder kleinere Populationen von Luchsen an. Bereits in den 1950er Jahren wanderten einzelne Luchse aus Tschechien wieder nach Deutschland, in den Bayrischen Wald, ein. Von dort aus wurden dann auch der Pfälzer Wald, Hessen und Thüringen besiedelt. Durch den Ausbau des Straßennetzes werden wichtige Lebensräume, wie z.B. Wälder, zerschnitten und Biotopverbunde unterbrochen. Diese Situation sorgt dafür, dass es den meisten Luchsen nur schwer möglich ist, neue Lebensräume zu erreichen.

 

 

Fotofallen geben Aufschluss über das Verhalten der Luchse

Der Nationalpark Harz startete im Jahr 2000 ein Wiederansiedlungsprogramm mit Nachzuchten aus Gehegehaltung. Vom Sommer 2000 bis Herbst 2006 wurden dort 24 Luchse ausgewildert. Im Sommer 2002 wurden die ersten wildlebenden Jungtiere geboren. Inzwischen sind im Harz alle potentiellen Reviere von einem Luchs besetzt worden. Aufgrund dessen wandern einige Jungtiere ab, wodurch sich der Luchs auch in anderen Teilen Deutschlands wieder ansiedeln kann. Zusätzlich wird dadurch der genetische Austausch zwischen voneinander isolierten Populationen sichergestellt. Damit ist die im Harz beheimatete Luchspopulation eine der wenigen in Europa, die eine echte Expansionstendenz zeigt und damit zunehmend von Bedeutung für den Schutz der Art sind. Um die Anzahl der Tiere und deren Nachwuchs nachvollziehen zu können, wurden Kamerafallen aufgestellt und einige Luchse mit GPS-Halsbändern ausgestattet. Darüber können einzelne Individuen unterschieden und gleichzeitig Informationen über ihre Wege, die Größe ihrer Streifgebiete und über ihren Nahrungserwerb erfasst werden. 

 

Reviergröße von Luchsin F2; rot= Lokalisierung mit GPS Halsband; blau= gefundene Beutetiere von F2

Die Serengeti-Park Stiftung spendete dem Luchsprojekt 2013 ein GPS-Halsband. Dieses wurde im Februar einer 19,5 kg schweren Luchsin (F2) angelegt. Bereits im Oktober 2013 konnte F2 mit drei Jungtieren beobachtet werden. Solch ein Senderhalsband ist normalerweise bis zu 13 Monate aktiv, danach löst es sich automatisch vom Hals des Tieres. Leider hatte das Halsband von F2 einen Defekt, so dass keine Daten mehr übermittelt wurden. Im Januar 2014 wurde ein 21 kg schweres Luchsmännchen (M7) gefangen und ein neuer Halsbandsender angelegt. Im Juli konnten dann die ersten Ergebnisse ausgewertet werden: M7 ist ein territoriales Luchsmännchen mit einem festen Streifgebiet. Seine genutzte Fläche ist etwa 120 km2 groß mit einer 50%igen Aufenthaltswahrscheinlichkeit in einem Kerngebiet mit ca. 46 km2. Um noch weitere Informationen über M7 zu erhalten, wurden in seinem Streifgebiet zusätzlich Fotofallen aufgehängt. Damit kann der Gesundheitszustand eines Tieres überprüft und weitere Luchse in seinem Streifgebiet gefunden werden. Zusätzlich werden die Orte abgesucht, so konnten zwei gerissene Beutetiere bzw. deren Überreste gefunden werden: ein Rotwildkalb und ein Reh.

 

 

 

 

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