Schutz der Wüstenelefanten in Namibia
Die sogenannten "Wüstenelefanten" sind für ihre speziellen Anpassungen an sehr trockene Klimabedingungen bekannt. In Namibia gibt es heutzutage nur noch etwa 200 dieser besonderen Tiere. Dabei sind Elefanten als "Ökosystem-Ingenieure" von großer Bedeutung für die Natur. Die riesigen Tiere gestalten ihre Umwelt aktiv und schaffen damit Lebensräume für viele andere Arten. Wie Förster öffnen sie durch das Umstoßen von Bäumen dichte Wälder und erhalten Savannen, wodurch Licht und Platz für neue Pflanzen entstehen. Zudem verbreiten Elefanten viele Samen über weite Strecken, was die Pflanzenvielfalt fördert. Beim Wandern legen sie Pfade an und wissen genau, wo sie in Trockenzeiten nach Wasser graben müssen, wovon auch andere Tiere profitieren. Auf diese Weise beeinflussen sie Struktur, Ressourcenverfügbarkeit und Artenvielfalt ganzer Ökosysteme.
Da Wasser in Namibia eine seltene Ressource ist, kommt es häufig zu Konflikten zwischen Mensch und Tier, die für beide Seiten sehr gefährlich werden können.
Durch Besenderung der Elefanten kann mehr über ihr Verhalten und ihre Wanderrouten erfahren werden. Dieses Wissen ist essenziell, um sie genau dort zu schützen, wo sie sich am häufigsten aufhalten und dem Auftreten von Konflikten vorzubeugen. Deshalb unterstützt die Serengeti-Park Stiftung die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) bei der Besenderung weiterer Elefanten. Mithilfe einer App können die Elefanten getrackt und Dorfbewohner gewarnt werden, bevor es an Wasserstellen zu Zwischenfällen kommt. Die erfassten Bewegungsdaten helfen auch, die perfekten Orte für neue Wasserstellen zu finden – direkt an den Wanderrouten der Elefanten.
Elefanten benötigen täglich ca. 150 – 200 Liter Wasser. Dieses Wasser holen sie sich oft auch an Wasserstellen, Brunnen und Rohrleitungen von Dörfern – Konflikte sind vorprogrammiert. Durch spezielle Schutzmauern, die um Brunnen und Wassertanks der Dörfer sowie den Aufbau spezieller Wasserstellen für Elefanten außerhalb der Dörfer, sollen Menschen und Tiere geschützt werden und ein friedliches Miteinander möglich werden.
Durch den Einsatz der AGA konnten bisher bereits mehr als fünf Wasserstellen für die Elefanten sowie mehrere Schutzmauern um Wassertanks in Dörfern gebaut werden. Um weiteren Gemeinden zu helfen, ihre Brunnen ebenfalls elefantensicher zu machen und Wasserstellen für die Elefanten außerhalb der Dörfer anzulegen, unterstützt die Serengeti-Park Stiftung diese Naturschutzarbeit gern auch zukünftig.