Artenvielfalt Madagaskar - Serengeti Stiftung

Artenvielfalt Madagaskar

 

Integrativer Schutz bedrohter Tierarten in Südwestmadagaskar

 

Madagaskar ist nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt und liegt vor der Ostküste Afrikas im indischen Ozean. Sie liegt im tropischen Klima des Südäquatorialstromes, jedoch nehmen die Niederschläge von Ost nach Südwest kontinuierlich ab. In den letzten Jahren kam es im Südwesten zu immer schwereren und länger andauernden Dürreperioden und dem daraus wachsenden Hunger der lokalen Bevölkerung. Hinzu kommt, dass die Region zu den ärmsten der Erde zählt. Dies belastet die Wälder und die Tierarten, die ihn im Leben schwer. Auf der einen Seite werden Tiere gejagt, um Nahrung für die Menschen zu haben, auf der anderen Seite werden die Viehherden in die Wälder getrieben, damit diese dort Nahrung finden. Dadurch werden die Wälder rasant zerstört und nicht nur die Lebensgrundlage der Menschen ist in Gefahr, sondern auch die der dort beheimateten Tiere. Die Nutztiere, wie Ziegen oder Rinder, fressen die natürliche Gras- und Krautvegetation, sodass sich der Wald nicht mehr regenerieren kann.
Dadurch fehlt vielen anderen im Wald lebenden Tierarten die Nahrungsgrundlage. Ebenfalls entstehen so immer mehr Restwälder in denen kleine isolierte Populationen leben, die langfristig nicht überlebensfähig sind. Dazu gehören z.B. die Strahlenschildkröte, Spinnenschildkröten und mehrere Lemurenarten.
Um diese und viele weitere Arten zu schützen, unterstützt die Serengeti Park Stiftung ein Projekt von mehreren Kooperationspartnern mit dem Ziel die stark gefährdeten Arten im Südwesten von Madagaskar zu schützen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Menschen vor Ort eine alternative Lebensgrundlage bekommen. Zusätzlich werden Umweltbildungsmaßnahmen umgesetzt, um in der lokalen Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu schaffen, in welchem einzigartigen Lebensraum sie sich befinden, um diesen zu schätzen und zu schützen lernen.
Das Projekt wird parallel in drei Gebieten durchgeführt und hat unterschiedliche Schwerpunkte mit dem übergeordneten Ziel stark gefährdete Arten zu schützen.
Ein Gebiet ist der Nationalpark von Tsimanampetsotsa. Er soll als Referenz für Bestandsentwicklung dienen und zur Abschätzung von Konsequenzen natürlicher Einflüsse gegenüber nicht effizienten Schutzkonzepten.
Die Schutzgebiete von Vohidava-Betsimalao sind ein weiteres Gebiet. Hier unterhält der Missouri Botanical Garden (NGO) eine Station, um die lokale Bevölkerung an Schutzkonzepte heranzuführen. Dazu werden zusammen mit der lokalen Bevölkerung Konzepte zur Verbesserung der Lebensverhältnisse entwickelt. Dazu gehört z.B. der Anbau von Samata. Dies hat zwei positive Effekte, einmal kann es als alternatives Tierfutter in den Dürreperioden dienen und zweitens ist es eine einheimische Pflanze, die ebenfalls bedroht ist, sodass diese gleichzeitig wieder aufgeforstet wird.
Ebenfalls wird über diverse Schulungen den Menschen beigebracht, wie nachhaltig geerntet wird, sodass eine Pflanze nicht zerstört wird, wie z.B. bei der Yams Pflanze. Diese Pflanze dient als Nahrungsmittel, wo die unterirdische Knolle, ähnlich wie die deutsche Kartoffel, geerntet und verzehrt werden kann. Verbessert werden soll auch die Nahrungsgrundlage für Honigbienen durch Pflanzung von Nektar-liefernden Pflanzen und damit verbunden wird den Menschen beigebracht, wie Honig ebenfalls nachhaltig geerntet werden kann.
Das dritte Gebiet ist der heilige Wald von Ampotaka. Er ist aufgrund von lokaler Tradition geschützt und stellt ein Bindeglied zwischen dem Nationalpark von Tsimanampetsotsa im Süden und den neu eingerichteten Schutzgebieten im Norden sein. Der heilige Wald enthält noch die gesamte Artenvielfalt, die für das Dornbusch Südwestmadagaskar charakteristisch ist.

 

 

Kooperationspartner: