Junge Hüpfer und alte Schleicher - Serengeti Stiftung

Junge Hüpfer und alte Schleicher

 

ein Grasfrosch

In Deutschland gibt es 21 einheimische Amphibienarten. Zu ihnen gehören Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander. Aufgrund ihrer besonderen Individualentwicklung, bei der sie sowohl an Wasser- als auch an Landbiotope gebunden sind, haben sie sehr spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum. Fast alle Arten sind während der Fortpflanzungszeit auf Feuchtgebiete angewiesen. Die restliche Zeit des Jahres leben Amphibien in den unterschiedlichsten Biotopen, wie Wälder oder Wiesen. Für die Schaffung von Bauland und Ackerfläche werden Feuchtwiesen trockengelegt und Kleingewässer zugeschüttet. Auf diese Weise verlieren zahlreiche Frösche und Molche ihre Laichgewässer. Ein weiteres Problem ist die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Bahntrassen. Um ihr angestammtes Laichgewässer zu erreichen, sind Amphibien oft gezwungen, Straßen zu überqueren, was für die Tiere eine lebensbedrohliche Situation darstellt.

 

Teich nach Gewässerbepflanzung

Die Serengeti-Park Stiftung engagiert sich für den Erhalt und die Renaturierung von Kleingewässern. Um gezielte Schutzmaßnahmen erfolgreich umsetzen zu können, muss vorher mit einer Kartierung festgestellt werden, welche Arten in den jeweiligen Gewässern vorkommen. In Kooperation mit der Universität Hamburg werden die dafür nötigen Forschungsarbeiten umgesetzt. Diese werden als Grundlage benötigt, um auf die spezifischen Bedürfnisse der untersuchten Arten einzugehen. Mit Hilfe von wissenschaftlichen Arbeiten an ausgewählten Kleingewässern im norddeutschen Tiefland, konnten Rückschlüsse auf die Biotopansprüche gezogen werden. Auf Basis dieser Forschungsergebnisse, wurden die Uferzonen mehrerer Kleingewässer entsprechend angepasst. Diese wurden als Grundlage für Renaturierungsmaßnahmen an Kleingewässern genommen. Eine Kontrolluntersuchung im Frühjahr 2017 ergab, dass diese Renaturierungsmaßnahmen einen positiven Effekt auf die Amphibienpopulation hatte und sogar eine neue Molchart nachgewiesen werden konnte. Dabei handelt es sich um den in Niedersachsen als gefährdet eingestuften Bergmolch.

 

 

 

 

 

Kooperationspartner:

 

 

 

 

 

Liste Wissenschaftlicher Arbeiten:

 

Artenreichtum, relative Abundanzen und Lebensraum-Diversität der Amphibien in den Gewässern des Serengeti-Parks in Hodenhagen

M. Neumann, Universität Hamburg, 2013

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Auswirkung von anthropogenen Störungen auf eine Population des Teichmolchs (Lissotriton vulgaris)

H. Henning, Universität Hamburg, 2014

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Der Einfluss von anthropogener Störung auf die Diversität von Amphibien im Serengeti-Park

C. Sonten, Universität Hamburg, 2017

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