Grasende Landschaftspfleger - Serengeti Stiftung

Grasende Landschaftspfleger

 

die Herde Heckrinder mit Zuchtbulle Ludger

Naturnahe Beweidung dient als Naturschutzinstrument zum Erhalt von Offenlandbiotopen. Im Gegensatz zu den durch Mahd entstandenen, einheitlichen Strukturen wird durch selektiven Viehverbiss ein vielfältiges Mosaik mit einer hohen Artenvielfalt geschaffen. Zusätzlich werden häufig invasive Arten, wie z.B. die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche, verbissen und somit die Verbreitung einheimischer Pflanzen unterstützt. Der Erhalt natürlicher Ökosysteme wird somit schonend gefördert. Die Serengeti-Park Stiftung sieht dies als wichtige Aufgabe einer Naturschutzstiftung und startete 2012 das Projekt.

 

Bullenkalb Hagrid im artenreichen Dauergrünland

Bei der Landschaftspflege wurde sich bewusst für das Heckrind entschieden. Diese Rückzüchtung des 1627 ausgestorbenen Auerochsen ist extrem robust und genügsam, nur in starken Wintern benötigen sie zusätzliches Futter. Sie eignen sich dadurch besonders gut zur extensiven Beweidung. 2013 hat die Serengeti-Park Stiftung mit der Züchtung der Heckrinder begonnen und seitdem regelmäßig Nachwuchs. Dies diente als Grundlage für das 2015, in Kooperation mit der Region Hannover, gestartete Projekt. Ein Gebiet das wichtige Pflanzenbestände und Strukturen aufweist, sollte durch eine naturnahe Beweidung mit Heckrindern gepflegt werden. Die Region Hannover stellte geeignete Flächen im Naturschutzgebiet „Totes Moor“ zur Verfügung. Im Juni 2016 zogen 3 Kühe und 2 Kälber auf das Gebiet östlich des Steinhuder Meers. Kurz danach folgte ein neuer Bulle aus der Oranienbaumer Heide. Im Frühjahr 2017 sind die ersten Kälber dieser Herde geboren. In den nächsten Jahren sollen weitere Flächen hinzukommen.

 

Spätblühende Traubenkirsche nach Verbiss durch Heckrinder

Wie in ganz Norddeutschland breitet sich die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) auch im neuen Naturschutzgebiet „Totes Moor“ aus. Diese Pflanzenart bildet sehr dichte Bestände und verdrängt dadurch heimische Arten. Gerade in Naturschutzgebieten, die Rückzugsräume für viele bedrohte Arten sind, ist das eine existentielle Bedrohung für die heimische Artenvielfalt. Erste Beobachtungen zeigen, wie stark die Späte Traubenkirsche bereits nach einem Jahr Beweidung von den Rindern verbissen wurde. Eine wissenschaftliche Auswertung über die Vegetationsveränderungen, die durch die Beweidung initiiert wurden, läuft derzeit noch.

 

 

 

 

 

 

Kooperationspartner:

 

 

 

 

 

 

Mitglied im:

Verein zur Förderung der Auerochsen (VFA) e.V.

Unsere Herde

Heckrindkuh Erna

Geschl.: W
Geb.datum: 22.03.2016

Heckrinderkuh Delia

Geschl.: W
Geb.datum: 18.10.2007

Heckrinderkuh Dalina

Geschl.: W
Geb.datum: 23.03.2012

Heckrinderkuh Dana

Geschl.: W
Geb.datum: 10.04.2014